MUT ZUR WUT 2012

„Es ist nicht nur ein weitverbreitetes Gefühl, sondern eine Tatsache, dass sehr viel falsch läuft in unserer Welt. Grund genug, den globalen Problemen mit unseren Möglichkeiten Aufmerksamkeit
zu verschaffen.“

Vernissage 27.07 ab 19 Uhr

Der namenhafte Heidelberger Grafikdesigner und Plakatkünstler Klaus Staeck fasst in diesem Zitat den Kern des Projektes „Mut zur Wut – Plakate, die den Mund aufmachen“ aufs trefflichste zusammen. „Mut zur Wut“ bietet jungen, wie auch etablierten Gestalterinnen und Gestaltern aus aller Welt die Möglichkeit, ein Plakat mit einem Motiv ihrer Wahl zu gestalten und ihre Wut auf Missstände in unserer Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. „Mut zur Wut“ sorgt dafür, dass diese Motive dabei an ihren vorgesehenen Ort kommen. Nämlich als Plakat auf die Straße und in den öffentlichen Raum, wodurch sie direkt und umfassend zur Betrachtung einladen und so ein Bewusstsein für die globalen, gesellschaftlichen Probleme erzeugen.

2010 initiierte der renommierte Heidelberger Grafikdesigner Götz Gramlich zusammen mit dem ebenfalls aus Heidelberg stammenden Werbefachmann Marcello Lucas erstmals eine Aufsehen erregende Ausstellung im öffentlichen Raum ihrer Heimatstadt. Dabei wurden 17 Motive von gezielt angeschriebenen Gestaltern in Plakatform auf den Straßen Heidelbergs ausgestellt und stießen bei Presse, wie auch bei den Betrachtern aufgrund ihres hohen, künstlerischen Niveaus und ihrer eindrucksvoll zum Ausdruck gebrachten Botschaften auf ein überwältigendes Echo. Im Folgejahr wurde bereits die beeindruckende Zahl von 787 Entwürfen von 436 Gestaltern aus 32 Ländern eingereicht, von denen nun die 30 überzeugendsten Entwürfe durch eine fachkundige Jury – u.a. bestehend aus Klaus Staeck, Yossi Lemel (Israel) und Niklaus Troxler (Schweiz) – ermittelt wurden. Die Einsendungen belegten anschaulich, dass gegenwärtige Probleme nicht vor Ländergrenzen Halt machen. Die Angst vor Armut, Krieg, der nuklearen Katastrophe oder Hoffnung auf Frieden und Freiheit wurden von Einsendern aus verschiedenen Ländern thematisiert und mit kreativen, sowie konzeptionellen Motiven visualisiert. Im selben Jahr wanderte die Ausstellung nicht nur in deutsche Städte wie München, Karlsruhe oder Augsburg, sondern auch über die Grenzen Europas hinaus nach Oaxa (Mexiko) und Hangzhou (China).

2012 wird nun diese außergewöhnliche Ausstellung im öffentlichen Raum in Heidelberg sowie in der Kunst/Halle zu sehen sein. Aus einer unglaublichen Anzahl von 1457 Entwürfen, die von 935 Teilnehmern aus 56 Ländern eingereicht wurden, wählte die Jury auch in diesem Jahr 30 Gewinnermotive aus, die nun ab dem 27.7.2012 in der Kunst/Halle ausgestellt werden. Die internationale Jury bestand diesmal u.a. aus dem französischen Grafikdesigner Pierre Bernard vom Kollektiv Grapus, dem mexikanischen Streetart Künstler Yescka und dem letztjährigen Gewinner Alex Clay aus Norwegen. Bis zum 28.8.2012 hat jeder Bürger die Möglichkeit, die Plakatmotive zu bewundern und damit nicht nur ein fesselndes Stück Kunst zu erleben, sondern sich aus erster Hand über kritisch zu betrachtende Themen der ganzen Welt zu informieren.